22.7.2026 (ca)
Der Augsburger Innovationspark war lange Zeit ein wichtiges Thema und Betätigungsfeld für unsere Naturschutzallianz. Wir kritisierten prinzipiell den leichtfertigen Umgang mit der endlichen Ressource Boden in Augsburg und im speziellen die Zerstörung der für den Artenschutz außerordentlich wertvollen Böden der Niederterrasse, die zu Magerrasen-Lebensräumen wie am LfU hätten entwickelt werden können, und zudem die augenscheinliche Verletzung des Artenschutzrechtes, da das Aussterben der lokalen Vogelpopulationen im Augsburger Süden in Kauf genommen wird (vgl. dazu ausführlich die Informationen auf unserer Webseite in der Rubrik „laufende Projekte“). Wie ist es mit dem Innovationspark seitdem weitergegangen? – Darüber berichtete die Augsburger Allgemeine Zeitung vor kurzem in ihrem Beitrag „Innovationspark: Wohnungen statt Forschung“ (18.7.2026, Ausgabe-Nr. 163, S. 31). Hier kann man erfahren:
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„[…] Ein großer Teil der Regierungskooperation im Rathaus will im Innovationspark zwischen der Bgm.Ulrich-Straße und der Messe künftig Wohnen für bis zu 4000 Menschen ermöglichen. Die Verwaltung soll sich nun entsprechende Gedanken machen. Bisher sehen die Planungen die Ansiedlung von Forschung/Entwicklung über öffentliche Einrichtungen oder innovative Firmen vor, allerdings sind auch rund 15 Jahre nach dem Baustart noch große Teile der Flächen leer. Insofern hat der Vorstoß Tragweite, weil er Auswirkungen auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Augsburger Vorzeigeprojekts bei der Wirtschaftstransformation haben kann. Als der Innovationspark auf den Ackerflächen parallel zur B17 im Augsburger Süden geplant wurde, hoffte man auf bis zu 6000 neue großteils hochqualifizierte Arbeitsplätze. Bisher sind gut 2000 Jobs entstanden. Vor Ort sind das Technologiezentrum und Institute von Fraunhofer und DLR. Ansonsten hat sich der Softwarehersteller Baramundi dort angesiedelt, in den Bürogebäuden Weitblick und Innovationsbogen sind diverse Firmen untergekommen. Die größten Bauarbeiten laufen aktuell für die „Zentrale Mitte“. Die Grünanlage im Zentrum des Areals ist von Ackerflächen umgeben. Gedacht ist sie als Aufenthaltsmöglichkeit für die Mitarbeiter der dortigen Einrichtungen, künftig könnte sie aber als Bewohnerpark fungieren, wenn die Ideen der Regierungspartner CSU, SPD, Volt, ödp, Generation Aux, FDP und Die Partei aufgehen. Der Innovationspark sei ein „Leuchtturmprojekt“, gleichzeitig habe sich die Welt inzwischen weitergedreht, so Raphael Brandmiller (Generation Aux, FDP, Die Partei). „Uns fehlt Wohnraum, der Innovationspark zieht Köpfe von außen an. Es liegt auf der Hand, dort Wohnraum zu schaffen, wo gearbeitet und geforscht wird.“ […] Widerstand kam von Grünen und Freien Wählern. Man habe die Flächen für innovative Firmen reserviert, so Verena von Mutius-Bartholy. „In Augsburg sind in den vergangenen Jahren viele Apartmenthäuser für junge Berufstätige entstanden.“ Auch Regina Stuber-Schneider (FW) erinnerte daran, dass man das Areal nur deshalb für die Bebauung freigegeben habe, um dort Forschungsflächen zu ermöglichen. […]“
Den gesamten Beitrag online lesen unter:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/wohnungen-statt-forschung-neue-ueberlegungen-fuer-den-augsburg-innovationspark-114789557
Man merkt, dass Planungen sehr ungenau sein können. In Erwartung eines wirtschaftlichen Erfolgs hatte die Augsburger Stadtregierung wertvolle Bodenressourcen und schützenswerte Artenvielfalt in Bauland transformiert, und nun benötigt man viele der Flächen gar nicht mehr zum eigentlichen Zweck. – Ähnliches droht übrigens auch im Westen von Augsburg: Beim anstehenden Neubau der Universitätsklinik soll der alteingesessene Klinikpark mit seinen wichtigen ökologischen, klimarelevanten und sozialen Funktionen einem überdimensionierten Bauvorhaben am falschen Standort geopfert werden. Dies gilt es nun rechtzeitig zu verhindern!
Bild: Forschungsallee im Innovationspark Augsburg (Quelle: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79451425)