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„Mit dem neuen Format „Transformation ZUKUNFT“ will der Ende 2025 gegründete Verein „Augsburg Klimaresilient“ große Zukunftsfragen der Stadt fachlich begleiten – und Politiker, Experten und Öffentlichkeit an einen Tisch bringen. Zum Auftakt der Reihe kamen am Montagabend im Kongress am Park Vertreter aus Politik, Architektur und Stadtgesellschaft zusammen, um über die Zukunft des Universitätsklinikums Augsburg zu diskutieren. Vorsitzender Sebastian Berz versteht seinen Verein als politische Vorfeldorganisation, die Entwicklungen in Augsburg durch Expertenwissen begleiten und öffentliche Debatten anstoßen will. Das erste Expertengespräch behandelte die Frage, wie sich die großräumigen Zielkonflikte rund um den Klinikumsstandort lösen lassen. Das Angebot nutzten Oberbürgermeister Dr. Florian Freund sowie der Ordnungs- und nun auch Umweltreferent Frank Pintsch. Den Stadtrat vertraten Regina Stuber-Schneider (Freie Wähler) und Christian Pettinger (ÖDP). Den inhaltlichen Auftakt machte Projektsteuerer Stefan Gödeke mit einem Impulsvortrag über die Dynamik von Großprojekten. „Die Wirkung von Großprojekten entsteht NACH Fertigstellung – und sie entsteht von selbst“, sagte Gödeke provokant und verwies auf die Elbphilharmonie, die sich vom Skandalprojekt wegen exorbitanter Kostensteigerungen zum neuen Wahrzeichen Hamburgs entwickelt habe. Entscheidend sei, dass Menschen sich mit einem Projekt identifizieren könnten. Deshalb müsse man Vorhaben „gut erzählen“. Politik und Projektverantwortliche müssten die Bürger „mitnehmen und begeistern“, um emotionale Bindung und Zustimmung zu erzeugen. Mit Blick auf das Universitätsklinikum formulierte Gödeke eine klare Botschaft an die Politik: „Das Klinikum ist kein Bauprojekt, sondern ein gesellschaftliches Projekt.“ Die öffentliche Debatte müsse aktiv gestaltet werden, damit daraus ein tragfähiges Zukunftskonzept entstehen könne. […] In der anschließenden Diskussion griffen mehrere Teilnehmer den Gedanken des noch fehlenden „Narrativs“ auf. Oberbürgermeister Dr. Florian Freund sprach davon, gemeinsam eine „Medical City“ entwickeln zu wollen. Entscheidend sei dabei auch ein attraktives Umfeld: „Menschen sollen dort nicht nur gerne arbeiten, sondern auch gerne wohnen wollen.“ Umweltreferent Frank Pintsch verwies auf die besondere Sensibilität der Augsburger beim Thema öffentliches Grün. Deshalb müsse man auch „die Geschichte vom bestehenden Grün im Baufeld Ost erzählen“, wo sich ein dem Park vergleichbarer großer Baumbestand befinde. „Nur dann wird man die Diskussion bestehen.“ Deutliche Worte fand auch Susanne Altmann, Vorsitzende der Baum-Allianz Augsburg, die seit Jahren den Schutz des städtischen Grüns begleitet. Ihr fehle bislang ein überzeugendes Zukunftsbild: „Ich möchte etwas haben, worauf ich als Augsburgerin stolz sein kann.“ Die Kommunikation rund um die Planungen sei ungut gestartet, weshalb sich auch eine Bürgerinitia¬tive zum Erhalt des Patientengartens gegründet habe. […]“
Den gesamten DAZ-Beitrag online lesen unter:
https://www.daz-augsburg.de/zwischen-baufeld-und-narrativ-wie-augsburg-ueber-die-zukunft-des-klinikums-diskutiert/
Es ist sehr fraglich, ob der Natur, dem Klima und den betroffenen Anwohnern ein „Narrativ“ nützt. Hier geht es um Fakten und nicht um beschönigende Geschichten. Dazu sei nochmals Professor Harald Leschs neues Buch empfohlen mit dem Titel „Die Natur ist kein Parteimitglied“, in dem es um die Nichtverhandelbarkeit naturwissenschaftlicher Fakten geht (vgl. dazu nochmals unsere untenstehende Aktuelle Meldung vom 20.3.2026). Die oben im DAZ-Beitrag genannte „Geschichte vom bestehenden Grün im Baufeld Ost“ lautet übrigens korrekt, dass es sich hierbei um einen losen Verbund von Einzelbäumen und kleinen Baumgruppen handelt, angeordnet an und um Alt- und Bestandsbauten, die Westheimerstraße und den Klinikumsparkplatz. Der Klinikpark im Zentrum des Baufelds West nebst naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen hingegen ist ein großflächiger Biotopverbund mit einem eigenständigen Ökosystem aus geschützter Fauna und Flora und insofern ein Naturjuwel. Und das benannte Wolkenkuckucksheim einer „Medical City“ [Anm.: mitunter sprach man auch schon von einem „Medical Valley“] – eingepfercht zwischen die dichten und sich weitergehend verdichtenden Wohnbebauungen von Alt-Neusäß, Neusäß Westheim, Neusäß Steppach, Stadtbergen und Kriegshaber – bedürfte de jure sowieso einer umfassenden Raumverträglichkeitsprüfung. Weitere Fakten, so auch zur prekären Infrastruktursituation um das gesamte Baugebiet, finden sich in der Stellungnahme des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN), welche untenstehend im pdf-Format downloadbar ist. Vergleiche dazu auch nochmals unsere Aktuelle Meldung „Umfassende BN-Stellungnahme zum Neubau Uniklinik – Mitmachen!“ vom 30.4.2026 mit weiteren Verweisen.
Bild: Neubau Uniklinik – Baufelder „Ost“ und „West“, aus der BN-Stellungnahme („Stellungnahme im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung gemäß § 4 Abs. 1 BauGB “) vom 27.4.2026
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BN_Stellungnahme_Neubau-UKA_v2_compressed.pdf (PDF)