27.4.2026 (ca)
Vor kurzem haben wir zur Neupublikation des bekannten Standardwerks „Die Alpen“ berichtet (vgl. nochmals unsere untenstehende Aktuelle Meldung „Neuausgabe „Die Alpen – Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft“ von Werner Bätzing“ vom 17.4.2026. Am vergangenen Donnerstag (24.4.2026) präsentierte der renommierte Autor und Fachexperte Prof. Dr. Werner Bätzing sein neugefasstes Standardwerk der interessierten Öffentlichkeit ganz persönlich, dabei passenderweise im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins in München.
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Dr. Constanze Hampp, die seit 1. Februar 2026 die Leitung im Alpinen Museum von Friederike Kaiser übernommen hat, eröffnete die Veranstaltung, und Tina Gauß, Ressortleitern Öffentlichkeitsarbeit beim DAV, moderierte durch den Abend. Zunächst ging Professor Bätzing auf die Entstehung seines Buches ein, beginnend mit der „Dissertation eines Spätberufenen“ aus seiner Lebens- und Arbeitsphase in der Alpenregion Piemont Ende der 70er Jahre, aus der dann 1984 die Erstausgabe von „Die Alpen“ im Sendler-Verlag entstand, in der er ein neues Alpenbild vermittelte, bei dem er den „Mensch als Verantwortlichen für die ökologisch Stabilität seiner Kulturlandschaften“ und somit als gestaltenden Akteur in den Vordergrund stellte. Für diese damals innovative Sichtweise mit der Verbindung „Ökologie und Gesellschaft“ wurde er mit dem DAV-Buchpreis ausgezeichnet. Die Folgeauflagen im C.H. Beck-Verlag und Überarbeitungen des Buches trugen den sukzessiven Veränderungen im Alpenraum Rechnung, so der beginnende Massentourismus in der Ausgabe 1991, die demographischen Entwicklungen insbesondere auf Gemeindeebene und erste Zukunftsperspektiven für die Alpen in Ausgabe 2003, dann Erweiterungen bei der Erfassung, Analyse und Synthese der vielfältigen Veränderungen mit multikomplexen Einflussfaktoren durch die Methodik der Szenariotechnik in Ausgabe 2015, und schließlich die Betrachtung neuzeitlicher Phänomene wie die rasante Klimaerwärmung und ihre Folgen, Veränderungen im Tourismus gerade auch mit dem „personalisierten Lift“ E-Bike oder die wachsende Bedeutung der Energiewirtschaft im Alpenraum mit dramatischen Eingriffen, was zur aktuellen Neuausgabe des Buches 2026 führte. Auf diese gegenwärtigen Aspekte ging Professor Bätzing im zweiten Teil seines Vortrags näher ein. Sein Fazit: Die zentrale Frage ist, ob und wie die traditionellen Naturerfahrungen im Alpenraum, d.h. Naturveränderungen ohne Umweltzerstörung, gegenüber den Zerstörungen durch das moderne Wirtschaften und Leben so aufgewertet werden können, dass die Alpen eine lebenswerte Zukunft erhalten. In der anschließenden Publikumsdiskussion konnten auch keine Patentrezepte ausgemacht werden, so etwa die ehrenhaften, aber doch marginalen Bemühungen des DAV, dem Massentourismus und den CO2-Emissionen vor allem bei der Mobilität entgegenzuwirken. Immerhin wies Professor Bätzing beispielhaft auf weitere positive Entwicklungen hin, so die Allgäuer Alpwirtschaftskultur als ausgezeichnetes „Immaterielles Kulturerbe“ in Bad Hindelang, die Institution der „Bergsteigerdörfer“, die für sanften und nachhaltigen Tourismus in den Alpen stehen, oder der Fernwanderweg „Grande Traversata delle Alpi (GTA)“ als Möglichkeit für Wanderer, Einsamkeit und authentische Bergkultur zu genießen anstatt überlaufener Gipfel. Der Abend im Alpinen Museum wurde abgerundet mit musikalischer Begleitung von Sepp Kloiber und Martin Regna, zudem gab es bei einem Umtrunk gute Gelegenheit zum Networking – allen Beteiligten und insbesondere Professor Bätzing herzlichen Dank!
Vertiefungen zu allem lassen sich detailreich nachlesen – die Daten zur Neuausgabe des Buches lauten: Werner Bätzing, „Die Alpen – Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft“, 5. völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage 2026, 502 Seiten, mit 17 Tabellen, 30 Karten und 155 farbigen Abb., Hardcover, ISBN 978-3-406-84395-2, Verlag C.H.Beck, Preis 39,90 €. Weitere Informationen und Leseprobe unter:
https://www.chbeck.de/39979463
Bilder: Impressionen der Buchpräsentation „Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft“ im Alpinen Museum. Umfängliches Bildmaterial findet sich in den Sozialen Medien unseres Allianzen-Mitglieds Freundeskreis NUK-Team Augsburg unter:
www.facebook.com/nukaux