27.3.2026 (ca)
Wie bereits mehrfach angekündigt und thematisiert (siehe unsere untenstehenden Aktuellen Meldungen vom 18./ 19./23.3.2026) gab es am vergangenen Montag (23.3.2026) im Augustanasaal eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung der Stadt Augsburg zum Neubau der Universitätsklinik Augsburg. Wer gehofft hatte, dass hier die Stadtspitze endlich „Klartext" bietet, wurde enttäuscht. In offizieller Funktion anwesend war aus der Stadtregierung lediglich der amtierende Baureferent Steffen Kercher, der die Veranstaltung pflichtgemäß moderierte. Möglicherweise war dies der Stichwahl zum neuen Oberbürgermeisteramt am Vorabend geschuldet war, denn Eva Weber wird nun von Dr. Florian Freund abgelöst.
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Einleitend gab es drei Fachvorträge seitens der Universitätsklinik Augsburg (vertreten von Michael Bungarten, Kaufmännischer Direktor), des Staatlichen Stadtbauamts Augsburg (vertreten von Annette Bubmann, Bereichsleiterin Universitätsbau) und des Stadtplanungsamts Augsburg (vertreten von Alexander Spanjardt, Leiter Team Bebauungsplan), dabei leider mit nur schlecht sichtbaren Lichtbild-Präsentationen und schwacher Lautsprecheranlage. Aus allem wurde dennoch evident, dass die Bauleitplanung hinsichtlich des Baustandortes keineswegs ergebnisoffen erfolgt (was seither immer wieder in Aussicht gestellt wurde, so auch expressis verbis von der Oberbürgermeisterin auf der Stadtratssitzung am 26.2.2026), sondern konzertiert abgestimmt auf das Baufeld „West“ mit Eliminierung des vorhandenen Klinikparks. Einseitig wurden die Entwicklungschancen einer so verorteten Uniklinik, die Standortanalyse mit Fokus auf die Standortkriterien „Kosten“ und „Zeit“, das entsprechende städtebauliche Rahmenkonzept und die korrespondierende Bauleitplanung (i.e. Flächennutzungsplan insbesondere mit den Baufeldern, Erschließungswegen und verbleibenden Grünstrukturen) vorgestellt und erörtert.
Erhellender, aber nicht zielführend war die anschließende Publikumsdiskussion: Die nahezu ausnahmslos kritischen Redebeiträge und Fragen von Seiten der Naturschutzverbände und anderer Fachexperten, von betroffenen Anwohnern und von Stadträten der Anliegerkommunen und auch der Stadt Augsburg beleuchteten die vielfältigen Schwachstellen eines Neubaus am Standort West. Dabei allen voran die Nichtersetzbarkeit des in Jahrzehnten gewachsenen Klinikpark-Biotops mit seinen ökologischen, klimarelevanten und sozialen Funktionen, des Weiteren die mangelhafte Infrastruktur für Erschließung, Bebauung und späteren Klinikbetrieb und die damit einhergehenden immensen Belastungen in den Anliegerkommunen, die Standortnähe unmittelbar zu Wohnbebauungen, welche speziell vom lärmintensiven Hubschrauberbetrieb noch mehr tangiert würden als bisher, zudem auch eine Hinterfragung der unvollständigen und gerichteten Standortanalyse mit den vagen und unbelegten Standortkriterien „Kosten“ und „Zeit“. Doch auch übergeordnete und konstruktive Aspekte wurden angesprochen, so die Möglichkeiten einer Nutzflächeneinsparung mit Klinikparkerhalt durch einen entsprechend hohen Geschoßbau des neuen Klinikums oder noch besser die Möglichkeiten eines ganz anderen Standorts, nämlich nahegelegen „auf der grünen Wiese“ bspw. auf den weiten Feldfluren von Stadtbergen mit günstiger Verkehrsanbindung nach Augsburg und ins Umland (d.h. Ackermannstrasse, B300, B17, A8) und zudem mit weitaus breiteren Entwicklungsmöglichkeiten für eine visionäre Universitätsklinik im Sinne des beabsichtigten „Medical Valley“ (d.h. Flächenausdehnung für weitere Medizinfunktionen und korrespondierend mehr Personal, Patienten, Studenten und Baulichkeiten). Doch die wenig überzeugenden und auch ausweichenden Argumente oder eher das Beharrungsvermögen der anwesenden „Klinikums-Lobby“ zeigten, dass für diese Diskussion ein anderes Forum erforderlich sein wird.
Wir sind nun gespannt, wie der neue Oberbürgermeister Dr. Florian Freund (übrigens ein ausgebildeter Volkswirt, d.h. einer Disziplin mit Blick über die rein betriebswirtschaftliche Perspektive hinaus) mit dieser großen Problematik für die Natur, für die Anliegerkommunen und Anwohner sowie für andere betroffene Interessengruppen umgehen wird. Wir wünschen ihm auf jeden Fall gutes Gelingen im neuen Amt!
Weitere Informationen seitens der Stadt Augsburg auf „Die Informationsplattform zu Neubauten und Spitzenmedizin am Universitätsklinikum Augsburg“ unter:
https://www.uk-augsburg.de/ueber-uns/bauprojekte/neubau-universitaetsklinikum
Und die Faktenlage seitens BUND Naturschutz Kreisgruppe Augsburg auf der Themenseite „Neubau Uniklinik“ unter:
https://augsburg.bund-naturschutz.de/uka